free templates joomla

Offener Brief des OBS zum Nationalpark Hunsrück-Hochwald


Offener Brief per E-Mail zum Thema Nationalpark
(auch als PDF zum Download)

An die
Staatsministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten
von Rheinland-Pfalz Frau Ulrike Höfken,

An den Minister für Umwelt und Verbraucherschutz
des Saarlandes Herrn Reinhold Jost

Sehr geehrte Frau Ministerin Höfken!
Sehr geehrter Herr Minister Jost!

Der Ornithologische Beobachterring Saar e.V. (OBS) hat sich über die Ausweisung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald sehr gefreut.

Drei Vorstandsmitglieder haben bereits im Juli 2016 an einem Treffen von Avifaunisten beim Nationalparkamt Birkenfeld teilgenommen. Dort wurde uns mitgeteilt, dass für die Erforschung der Vogelwelt im Nationalpark kein Konzept vorliegt und keine Finanzmittel eingeplant sind. Im  Nationalparkamt wurde unseres Wissens lediglich eine halbe Stelle für biologisches Monitoring besetzt. Man erhofft sich aber von OrnithologInnen der Region in Planung, Erfassung und Bewertung rein ehrenamtlichen Beistand. Nun hätten wir an Sie einige Fragen:

  1. Finden Sie es richtig, dass die Erforschung der biologischen Vielfalt beim Schutz-Konzept des Nationalparks nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt? Wollen Sie eigentlich nicht genauer wissen, was Sie dort schützen?
  2. Finden Sie es richtig, dass in den Windparks rund um den Nationalpark ein standardisiertes Vogelmonitoring stattfindet, während im NP selbst noch nicht einmal eine professionelle Grunderfassung der Vögel vorgesehen ist? Die avifaunistische Erfassung nur in 3 winzigen Naturwaldreservaten im Auftrag der Forschungsanstalt für Waldökologie von 2015 ist nicht ausreichend, sollte aber veröffentlicht und im größeren Rahmen fortgeschrieben werden. Wenigstens in den Prozessschutzzonen des Nationalparks sollte ein solides Monitoring wie in vielen EU-Vogelschutzgebieten bald beginnen, um die Entwicklung zu dokumentieren.
  3. Bei einem weiteren Treffen im Nationalparkamt im Dezember 2016 wurde von uns angeboten, mit einer ehrenamtlichen Specht-AG eine Linientaxierung auf den Traumschleifen 2018 zu starten, wenn die Kartierer dafür eine Aufwandsentschädigung erhalten.
  4. Planen Sie eigentlich eine Schulung der Nationalpark-Ranger in solider Kenntnis von Kennarten, welche über die Ansprache von Rothirsch und Wildkatze hinausgeht? - Wir würden das sehr begrüßen und gerne unterstützen. So hat die Leiterin unserer Specht-AG im Februar 2017 in einem Halbtageskurs die Nationalpark-Ranger in "die Sprache der Spechte" eingeführt. Gibt es inzwischen ein Programm für eine Schulung der Ranger in Artenkenntnis?

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Ornithologischer Beobachterring Saar e.V.

im Auftrag des Vorstandes
Günter Süßmilch, 1. Vorsitzender